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Zur westlichen Ideengeschichte der Gerechtigkeit
Ein Beitrag zur westlichen Ideengeschichte der Gerechtigkeit von Konrad Ott.

- von Konrad Ott

Gerechtigkeit kann, ähnlich wie Freiheit, als eine Idee der praktischen Vernunft betrachtet werden. Forderungen nach Gerechtigkeit zählen zur moralischen Tradition der Menschheit und finden sich prominent in der jüdisch-christlich-griechisch-römischen Kultur. In der jüdischen Tradition bedeutet „zedekija“ die Befolgung der göttlichen Rechtsgeheiße und ein Leben in Gottesfurcht. Im Psalter heißt es, dass Gerechtigkeit und Frieden einander umarmen und küssen, was umgekehrt auf die wechselseitige Verflechtung von Gewalt und Ungerechtigkeit hinweist. In den Seligpreisungen Jesu werden die Menschen gepriesen, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten. Das Verlangen nach Gerechtigkeit kann demzufolge so stark sein wie elementare leibliche Bedürfnisse. In der „Politeia“ entwirft Sokrates das Ideal eines gerechten Staates, in dem jeder das Seinige tut, und begründet dadurch die Tradition der Staatsutopien. Aristoteles unterscheidet in der „Nikomachischen Ethik“ zwischen der politischen, der verteilenden („distributiven“) und der ausgleichenden („kommutativen“) Gerechtigkeit. Die politische Gerechtigkeit führt in die Lehre von den Staatsformen, die distributive Gerechtigkeit fragt nach unterschiedlichen Ansprüchen des Zukommens, während die kommutative Gerechtigkeit in das Vertragsrecht und die Straftheorie führt. Gerechtigkeit kann als persönliche Tugend oder als politisches Prinzip verstanden werden.

Im 19. Jahrhundert wird die soziale Frage zum Motor von Gerechtigkeitsforderungen. Büchners „Hessischer Landbote“ endet mit einem Aufruf zur Erhebung, um das Reich der Gerechtigkeit zu errichten. Für Marx und Engels ist die Situation des Proletariats strukturell zutiefst ungerecht, da die Menschen, die allen ökonomischen Wert produzieren, selbst ohne Eigentum bleiben. Für Engels lebt das Proletariat in empörenden Verhältnissen; für Marx wird an ihm ein Unrecht im welthistorischen Format begangen. Beim späten Marx tritt die moralische Empörung dann hinter seinem Versuch zurück, das bevorstehende Ende des Kapitalismus, der an seinen immanenten Widersprüchen zugrunde gehen werde, nachzuweisen. Darauf aufbauend, wollte der politische Marxismus des 20. Jahrhunderts (z.B. Lenin, Mao, Guevara) eine gerechte ökonomisch-soziale Ordnung jenseits von Klassenverhältnissen errichten.

Forderungen nach Gerechtigkeit können aber auch als Ausdruck von Neidgefühlen oder als Ideologien erscheinen. Bekannt ist auch der Spruch fiat justitia, pereat mundus („Es geschehe Gerechtigkeit, gehe auch die Welt darüber zugrunde“), der so verstanden wird, dass bei Versuchen, die Gerechtigkeit auf Erden zu verwirklichen, großes Unheil angerichtet und schwere Verbrechen begangen wurden (von Robespierre bis Pol Pot). Erinnert wird dabei auch an Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“, in der Kohlhaas aufgrund seines verletzten Gerechtigkeitsgefühls eine Fehde anzettelt, die vielen Menschen und am Ende ihm selbst das Leben kostet.

Einen Meilenstein in der Gerechtigkeitstheorie ist John Rawls‘ „A Theory of Justice“ von 1971. Rawls argumentiert, dass rationale, wenig risikobereite und aneinander desinteressierte Personen sich auf vier generelle Prinzipien – Freiheit, Chancengleichheit, sozialer Ausgleich bzw. Solidarität und, weniger prominent in der Theorie, intergenerationelle Fairness – einigen würden; vorausgesetzt ihnen blieben ihre eigenen Lebensumstände (bspw. Herkunft, Gesundheit, persönliche Fähigkeiten) hinter einem Schleier der Unwissenheit verborgen. Eine kulturalistische Korrektur an Rawls findet sich bei Michael Walzer in den „Spheres of Justice“. In seinem kommunitaristischen Ansatz sind gerechte Verteilungsmuster immer gebunden an die kulturellen Bedeutungen der Güter, die es zu verteilen gilt (Bildung, Mitgliedschaft, Arbeit, Anerkennung usw.). Eine Alternative zu Rawls und Walzer ist der sog. Befähigungsansatz (A. Sen, M. Nussbaum), der von den Handlungsoptionen ausgeht, zu denen alle Menschen befähigt sein sollten. Ungerechtigkeit liegt immer dann vor, wenn Personen auch nur eine dieser (bei Nussbaum: zehn) Befähigungen versagt bleibt.

In der jüngsten Vergangenheit hat sich die Diskussionslandschaft stark diversifiziert: So haben kosmopolitische Konzeptionen von globaler Gerechtigkeit an Bedeutung gewonnen, und in der analytischen Ethik erfolgen Vertiefungen einzelner Konzepte wie etwa Prioritarianismus („Eine Verteilung ist gerecht, wenn den am Schlechtesten gestellten die größte Priorität zukommt.“), Suffizientarismus („Eine Verteilung ist gerecht ist, wenn alle genug, d.h. einen bestimmte Schwelle erreicht haben.“) und Egalitarismus („Eine Gleichverteilung ist gerecht“). Während der Egalitarismus Gleichheit einen intrinsischen Wert zuschreibt und sich auf die Frage „Equality of What?“ konzentriert (Ressourcen, Zugänge, Chancen, Wohlergehen oder Ergebnisse), bestreitet der sog. Anti-Egalitarismus (H. Frankfurt, A. Krebs) jeden intrinsischen Wert von Gleichheit und fragt: „Equality, Why?“. Ihm zufolge fordert die Idee der Gerechtigkeit nicht, Gleichheit um der Gleichheit willen anzustreben.

In der angewandten Ethik werden unterschiedliche Konzepte von Gerechtigkeit auf diverse Praxisfelder bezogen (Medizinethik, Wirtschaftsethik, Migrationsethik). Mit Blick auf die Naturkrise erweitert sich die Umweltethik, die sich lange Zeit auf die Frage nach moralischen Selbstwerten von Naturwesen fokussiert hatte (sog. Inklusionsproblem), zu einer in der Regel anthropozentrischen Konzeption von Umweltgerechtigkeit. Diese umfasst eine inter- und eine intragenerationelle Dimension. Die intergenerationelle Umweltgerechtigkeit fragt danach, welche Naturausstattung, welche Klimabedingungen und welches Ausmaß an biotischer Vielfalt wir zukünftigen Generationen schuldig sind. Maßgebend für die intragenerationellen Konzeptionen sind dagegen zum einen der Kampf gegen den ökologischen Rassismus z.B. in den USA und zum anderen die problematische Umweltsituation vieler marginalisierter Menschen v.a. im Globalen Süden. Gemeinsam ist diesen Ansätzen, dass sie aus einer zumeist egalitären Perspektive die ungleichen Zugangsweisen zu natürlichen Ressourcen und Naturgütern und die ungleich verteilten Umweltbelastungen und Umweltrisiken, auch im Globalen Norden, thematisieren. Daran beteiligen sich unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen wie Geographie, Ethnologie, Politische Ökologie, Agrarwissenschaft, Politikwissenschaft oder Umweltethik.

Besonders deutlich wird die Verbindung von Umweltverbrauch und distributiver Gerechtigkeit in der Klimaethik, in der es um Zukunftsverantwortung, Verteilung des verbleibenden carbon budget, Anpassungshilfen, Kompensationsansprüche und die Rechte von Personen geht, die aufgrund des Klimawandels ihre Wohnsitze verlassen (müssen). Aber auch in vielen anderen Handlungsfeldern (Wasserversorgung, Städtebau, Landwirtschaft, Naturschutz, Fischerei usw.) stellen sich Gerechtigkeitsfragen.

In post-kolonialen Ansätzen der Umweltgerechtigkeit wird anerkannt, dass empfundene und erfahrene Ungerechtigkeit sich häufig in lokal situierten Narrativen ausdrückt und dass die Stimmen der direkt Betroffenen Gehör finden müssen. Dies betrifft vornehmlich indigene und andere marginalisierte Gruppen in den Ländern des Globalen Südens. In diesen Narrativen und Argumenten werden häufig die politischen und ökonomischen Verhältnisse der Nord-Süd-Beziehungen verantwortlich gemacht, ohne jedoch den Blick für die Eliten im Globalen Süden und die unterprivilegierten Gruppen im Norden zu verlieren. Bei diesen Debatten gibt es weniger Kontroversen hinsichtlich der grundlegenden Gerechtigkeitsprinzipien als vielmehr hinsichtlich der politik-ökonomischen Kausalitäten. Für EnJust gilt, dass alle Konzepte und Forderungen der Umweltgerechtigkeit allgemeine Gerechtigkeitsprinzipien voraussetzen, die ihrerseits Spezifikationen von Gerechtigkeitsideen sind, deren westliche Varianten wir hier dargestellt haben. Fallstudien und Narrative sind mit einem begründungstheoretischen Band an allgemeine Gerechtigkeitstheorien und ihre Ideengeschichten zurückgebunden. EnJust stellt sich daher die Aufgabe, vor dem Hintergrund der Geschichte verschiedener Gerechtigkeitsideen allgemeine Prinzipien der Gerechtigkeit auf die besonderen Konzepte der Umweltgerechtigkeit und auf die Vielzahl individueller Fälle zu beziehen. Durch diese Bezugnahmen werden die allgemeinen Ideen konkret und die individuellen Fälle generell. Diese komplexe Beziehung zwischen Ideengeschichte, allgemeinen Prinzipien, besonderen Konzepten und individuellen Fällen verlangt eine trans- und interdisziplinäre, kritische und reflexive Herangehensweise.

Call for Papers: ARL-Kongress 2020, JUST SPACES? Gemeinwohl und Gerechtigkeit in räumlicher Planung und Entwicklung
Der ARL-Kongress 2020 bietet ein inter- und transdisziplinäres Diskussionsforum zu räumlicher Gerechtigkeit und thematisiert dabei Gerechtigkeitstheorien, soziale räumliche Gerechtigkeit, Umweltgerechtigkeit und Verfahrensgerechtigkeit sowohl aus wissenschaftlichen als auch aus planungspraktischen Perspektiven. Genaue Informationen erhalten Sie aus dem anhangenen call for papers.
Enjust Event
Upcoming Event: Biennial Conference POLLEN20
Enjust Event

The third biennial conference of the Political Ecology Network (POLLEN)
will be held in Brighton, UK on 24-26 June 2020. EnJust members Judith Bopp and Jonas Hein will host a workshop on the challenges of critical knowledge production for a transformation: perspectives and experiences.

Contested Natures

The contested notion of ‘nature’ is one of the central themes in political ecology, and the third biennial conference of the Political Ecology Network (POLLEN), Contested Natures: Power, Possibility, Prefiguration, aims to explore plural natures and plural futures as sites of struggle and possibility whilst critically engaging with and ‘unpacking’ multiple and overlapping crises of our times.

For more information, please visit the POLLEN2020 website.

Public Climate Schools und Klimastreik
Enjust Event

Für die Woche vom 25.11.2019 - 29.11.2019 ruft die Students for Future Bewegung zur Bestreikung des regulären Lehrbetriebs der Hochschulen auf. Stattdessen sollen Diskussionen, Seminare, Vorlesungen und Aktionen zum Themenbereich Klimawandel stattfinden. Unter dem Slogan „Public Climate School” werden die Universitäten für alle Teile der Gesellschaft geöffnet und Lösungsansätze diskutiert. Die Woche endet am 29.11.2019 mit den Demonstrationen zum Global Day of Climate Action.

Auch Vertreter*innen des EnJust Netzwerks beteiligen sich an den Veranstaltungen im Rahmen der Public Climate Schools. In Kiel sprechen unter Anderen Florian Dünckmann, Silja Klepp, Konrad Ott, Erik van Doorn und Sören Weißermel zu relevanten Themen.





CfC: International workshop “Bridging research, policy and activism for environmental justice in times of crises”
International workshop on Environmental Justice Freiburg, Germany, 27 – 29 May 2020
Enjust Event

This workshop, collaboratively organized by the Institute of Environmental Social Sciences and Geography at the University of Freiburg and the EnJust Network for Environmental Justice, aims at fostering debate and learning processes about the roles, responsibilities and approaches of the emerging inter-and transdisciplinary environmental justice movement composed of scholars, activists and decision-makers. The workshop will bring together individuals from these groups, who self-identify with the environmental justice movement, in order to critically engage with current research, concrete ideas, practices, and methods for bridging the divides between environmental justice research and practice, between activism and scientific study, and between collective and individual decision-making. It will provide a space to collectively explore and deepen transdisciplinary work and activist-research for a more just and fairer future.

Keynote: Gordon Walker “Environmental justice in space and time: opening up temporalities”
Mehr als 60 Wissenschaftler*innen aus 14 Ländern trafen sich vom 6. bis zum 8. Juni an der Kieler Universität zum Workshop „Narratives and Practices of Environmental Justice“, um sich zu Themen und Fragen der Umweltgerechtigkeit miteinander auszutauschen. Eröffnet wurde der Workshop mit einer Keynote von Gordon Walker (Department of Environment Centre, Lancaster University, UK), einem der führenden Geographen auf dem Feld der Umweltgerechtigkeit. Sein Vortrag mit dem Titel „Environmental justice in space and time: opening up temporalities“ beleuchtete v.a. die Zeitlichkeit von Gerechtigkeitsfragen. Während die verschiedenen räumliche Komponenten von Umweltgerechtigkeit bereits eingehend betrachtet wurden (z.B. räumliche Verteilung von Umweltkosten, Geographien der Verwundbarkeit bzw. der Verantwortung), blieben zeitliche Muster von Umweltkrisen bislang weitgehend unbeachtet. So lassen sich z.B. viele soziale Folgen von Umweltprobleme als eine Form von slow violence beschreiben, einer subtil und erst über lange Zeiträume wirksamen Form von gesellschaftlicher Gewalt, die nur schwer zu erkennen und noch schwerer nachzuweisen ist. Daneben müssen auch die Rhythmen des gesellschaftlichen Lebens stärker beachtet werden, um zu analysieren, in welcher Weise z. B. bestimmte Bevölkerungsgruppen allein durch ihre aktionsräumlichen Routinen in besonderem Maße bestimmten negativen Umweltfaktoren ausgesetzt sind (z. B. Feinstaubbelastung bei Pendlern). Mit seinem Plädoyer für eine stärkere Zeit-Sensibilität eröffnet Walker eine ganz neue Dimension bei der Analyse von Themen der Umweltgerechtigkeit.
Artistic Research: Photo installations by Hamburg photographer Barbara Dombrowski with texts by Kiel geographer Silja Klepp
In summer 2018 the photographer Barbara Dombrowski traveled to the South Pacific islands of Kiribati and Rarotonga. The journey was both the conclusion of her photographic cycle "Tropic Ice_Dialog between Places Affected by Climate Change" and the starting point for a cycle of spectacular installations designed to draw attention to climate change and its consequences for culture and native people on five continents. The images of the Kiribati archipelago are closely linked to the research of Silja Klepp, a geographer from Kiel. The Professor of Social Dynamics in Coastal and Marine Regions at Kiel University has spent several long research stays there, where she focused on the social and cultural consequences of climate change and examines questions of climate migration and adaptation.

Artistic Research: Photo installations by Hamburg photographer Barbara Dombrowski with texts by Kiel geographer Silja Klepp

In summer 2018 the photographer Barbara Dombrowski traveled to the South Pacific islands of Kiribati and Rarotonga. The journey was both the conclusion of her photographic cycle "Tropic Ice_Dialog between Places Affected by Climate Change" and the starting point for a cycle of spectacular installations designed to draw attention to climate change and its consequences for culture and native people on five continents.

The images of the Kiribati archipelago are closely linked to the research of Silja Klepp, a geographer from Kiel. The Professor of Social Dynamics in Coastal and Marine Regions at Kiel University has spent several long research stays there, where she focused on the social and cultural consequences of climate change and examines questions of climate migration and adaptation.

The exhibition shows an excerpt from the documentation of Barbara Dombrowski's journey and Silja Klepp's personal contacts and places of research. The exhibition documents how the people on the South Pacific islands are affected by climate change, what adaptation measures they have taken and what strategies they are pursuing to avoid migration and to become refugees. In addition to the photo installations, Silja Klepp's texts illustrate the challenges facing the population living with climate change, the consequences of which, such as rising sea levels, they have contributed least to.

The exhibition "Climate Justice in Kiribati" is part of the interdisciplinary workshop "Narratives and practices of environmental justice" at Kiel University, which brings together about 60 international scientists to discuss fundamental questions of environmental justice from different scientific perspectives. The workshop is organized by Silja Klepp, Florian Dünckmann and Jonas Hein from the Institute of Geography.

At the same time, the event will be the starting signal for the new "Enjust Network for Environmental Justice" at Kiel University, which will form an interface between science, politics and society in the future. Furthermore, researchers from the Institute of Geography, scientists from the Department of Philosophy, the Department of Environmental Ethics, the Department of Law, the Department of Sinology, and the Department of Political and Social Sciences will contribute to the project and form a broad interdisciplinary research environment for the topic area. The exhibition is intended to contribute to bringing different people into dialogue with each other in order to exchange views on questions of climate justice.



Climate Justice in Kiribati, Oceania


The Republic of Kiribati is an island state in the central Pacific made up of 32 atolls, with a population of around 110,000. Inequalities on different levels in the context of global climate change are adversely affecting developing countries such as the Republic of Kiribati. Kiribati's inhabitants bear little responsibility for anthropogenic climate change, as their per capita emissions are low; nevertheless, they are heavily impacted by actual and expected environmental changes. The potential for conflict present within climate justice debates is especially apparent in discourses on the connections between climate change and mobility. Countries like Kiribati are often perceived to be the first victims of climate change and have to anticipate the future uninhabitability of their territory. Such countries claim global and regional solidarity to assist them in their search for mitigation efforts, adaptation financing and adequate long-term solutions for potential climate migrants.

Some environmental changes are already occurring, such as stronger and more frequent storm tides, coastal erosion, and the salinization of fresh water sources and agricultural land. Although the predicted sea-level rise has to take into account global, regional and local variables that make these predictions difficult, Pacific island states such as the Republic of Kiribati, Tuvalu, and the Marshall Islands are identified as being especially vulnerable. Some of these islands are less than one metre above sea level and have densely populated coastal areas. Sea level is expected to rise by 124 cm by the year 2100, and some researchers even predict a rise of 200 cm. Environmental changes could make the islands uninhabitable in the long run and threaten the sovereignty of some atoll states. The timing and predictions regarding the exact impacts remain uncertain.

Along with profound socio-economic problems and few opportunities for financing adaptation measures, Kiribati suffers from additional structural inequalities on various levels. These include for example, the impacts of colonization, including unsustainable phosphor exploitation, which displaced people in the 1940s as well as limited access to resources and social services. The participation and arrangement opportunities in international as well as regional political negotiations are also restricted.

On the global and regional level, the government of Kiribati is part of the large transnational movement for climate justice, which focuses on human rights and the cultural and environmental rights of indigenous peoples and minorities. The activities of this movement are often initiated by NGOs. For example, the network Climate Justice Now! was created in the frame of the UNFCCC negotiations in 2007 in Bali by more than 30 NGOs and grassroots organizations. The Peoples Agreement, created at the Peoples congress 2010 in Bolivia, demands far reaching rights of self-determination such as access to water, land rights and food production “through forms of production that are in harmony with Mother Earth and appropriate to local cultural ontexts”.

Inspired by similar thoughts and taking the post-colonial setting of Oceania into account, a growing number of voices in the Pacific area, in the context of the debates around climate justice, are calling for a new, transnational solidarity and unity to reduce the effects of climate change.

The dynamic discussions on climate justice show that the negotiation process in Kiribati and Oceania concerns itself with concrete, local, social and connective questions around climate justice. It includes decidedly migration-friendly perspectives and some actors are promoting a postcolonial questioning of national borders. In particular, climate justice must be linked to important post-colonial arguments concerning the political nature of the crisis faced by islands such as Kiribati. This applies to the debates and research around climate change and migration as well as to discussions and studies of adaptation to anthropogenic climate change. It must underline the call for mitigation efforts of industrialized countries and their support in financing climate change adaptation.

Based on texts written by Silja Klepp (Kiel University).



Mangrove planting as coastal protection and adaptation to climate change – a community activity in Ambo, Kiribati

The women that plant mangroves in the Lagoon of South Tarawa, in the village of Ambo, are part of the Kiribati Climate Action Network (KiriCan). They are volunteers. After a long season of planting the saplings in the lagoon, of which only a part will root, the women are having a community party in the Maneba (community house) of Ambo.

Mangrove planting is an anticipatory adaptation action and a so-called soft coastal protection measure. It is undertaken to buffer coastal environments to reduce the vulnerability of coastal communities from the effects of climate change, including more severe storms and sea-level rise. Compared to hard protection measures, like sea walls, it is often more sustainable and provides employment to the communities. Today mangrovs are threatened by anthropogenic climate change and other human activities. Current and future changes in sea-level, storminess, rain, temperature, atmospheric CO2 concentration, ocean circulation patterns can all mean danger to mangroves. To date, climate change has likely been a smaller threat to mangroves compared to clearing for aquaculture, coastal development and pollution of coastal waters. Based on available evidence, of all the climate change outcomes, sea-level rise may be the greatest threat in the future.

Healthy mangrove forests not only mean coastal protection, but a great benefit also comes from the resources provided by mangrove forests. Mangroves perform valuable regional and site-specific functions. Mangrove loss will reduce coastal water quality, reduce biodiversity, eliminate fish and crustacean nursery habitat, adversely affect adjacent coastal habitat, and eliminate a major resource for human communities that rely on mangroves for numerous products and services. Reduced mangrove coverage and health will increase the threat to human safety and shoreline development from coastal hazards such as erosion, flooding, storm waves and surges, and tsunami, as some scientists have observed following the 2004 Indian Ocean tsunami.

Mangrove ecosystems were able to persist through the quaternary despite substantial disruptions from large sea-level fluctuations, demonstrating that mangroves are highly resilient to change over historic time scales. However, over the coming decades, mangrove vulnerability and responses to climate change will be highly influenced by anthropogenic disturbances. Mangrove cover on Pacific Islands have been reduced substantially in recent years. Adaptation measures like mangrove planting can offset anticipated mangrove losses and improve resistance and resilience to climate change. Coastal planning can adapt to facilitate mangrove migration with sea-level rise. With the replanting of mangroves and trees, it is hoped that South Tarawa, the capital and urban aggregation of Kiribati, will be protected from sea level rise, and king tides, as well as acting as future sources of fuelwood and building construction materials and fish breeding grounds.

Based on texts written by Eric L. Gilman (IUCN, Global Marine Programme, Honolulu, USA) and Alia Levine and Bonnie Flaws (Dev-Zone, Wellington, New Zealand).


Climate change adaptation gone wrong: The case of sea walls in Kiribati


Islands are recognized as uniquely exposed to climate change, now and in the future. Anthropogenic climate change challenges for island inhabitants include issues of water security, salinization of groundwater, stronger tropical-cyclone impacts and shoreline erosion and coastal flooding due to sea-level rise. Kiribati consists of 32 coral atolls and reef islands, as well as the raised limestone island Banaba. Current studies suggest that two thirds of the land are less than 2 m above mean sea level and maximum elevations are roughly 3 m. Adding to the risks for island communities created by anthropogenic climate change are a multitude of socio-economic vulnerabilities in Small Island Development States, such as Kiribati. These vulnerabilities are linked to the (post)-colonial structures and dependencies that persist, in various forms, until today. Among other factors, colonialism and globalization processes brought a change in lifestyles and a loss of local ecological knowledge and adaptation possibilities Island Style.

Coastal protection measures can be well suited to immediately protect coastal assets from inundation and protect from land loss during high water events. They can be divided into three categories: hard protection measures, soft measures, and retreat or migration. Hard measures include land reclamation and physical barriers like sea walls. Sea walls in Kiribati are normally built from coral rock, sand bags and concrete blocks. They represent most of the engineered coastal structures in South Tarawa, the capital of Kiribati. Most solutions for climate-change adaptation in Kiribati have been short-term, reflecting a dependence on project based and limited assistance from donor countries and a preference by consultants, engineers and many I-Kiribati for visible, technical solutions. In Kiribati, there is rarely sufficient data to adequately inform the design and positioning of protective structures.

Sea walls that are built in a wrong way, with cheap material and potentially in the wrong location can have disastrous consequences, invariably marked by the degradation of structures like sea walls and irreversible negative impacts. These impacts range from beach narrowing and beach loss to nearshore ecosystem degradation and biodiversity loss, which might also threaten food security for coastal inhabitants. Expensive, hard measures require regular maintenance; which is rarely provided by international cooperation that pays for the structures. There are so many broken, aid-funded sea walls, roads, and water systems in South Tarawa that a report labeled the atoll a "graveyard of shortlived infrastructure investments".

Research shows that traditional knowledge and coping capacity on islands is likely to help people better adapt to future climate change. In addition to localized knowledge, it is important for those on islands involved in environmental governance to be aware of their unique attributes and specific local and regional environmental contexts. And, maybe most important, is to replace the commonly one-way direction of adaptation measures with genuine interaction in which both external agents and target communities have at least equal say in the design and implementation of adaptation pathways.

Based on texts written by Simon Donner (Fraser University, Vancouver, Canada) and Patrick Nunn (University of the Sunshine Coast, Australia).


For further information visit
www.barbaradombrowski.com
www.tropic-ice.com
https://www.marinesocialscience.uni-kiel.de/

Ergebnisse der Worldcafé-Session
Hier finden Sie die Poster der Worldcafé Session im Enjust Workshop: “Narratives and Practices of Environmental Justice”


How should environmental justice be addressed in research and teaching?
To which narratives, ideas and utopias do environmental justice movements refer?
Exploring environmental justice
Environmental justice & questions of sovereignty and self-determination
Netzwerk zur Umweltgerechtigkeit: Internationaler Workshop am Geographischen Institut Kiel
Bericht über das Netzwerktreffen in Kiel vom 6. bis zum 8. Juni
Enjust Event

Mehr als 60 Wissenschaftler*innen aus 14 Ländern trafen sich vom 6. bis zum 8. Juni an der Kieler Universität zum Workshop „Narratives and Practices of Environmental Justice“, um sich zu Themen und Fragen der Umweltgerechtigkeit miteinander auszutauschen. Ein kleiner und wohlhabender Teil der Weltbevölkerung beansprucht einen immer größeren Anteil der Ressourcen auf der Erde und verschmutzt und zerstört gleichzeitig wertvolle Lebensräume an Land und in den Weltmeeren. Betroffen sind oft diejenigen Gruppen, die am wenigsten für die Entwicklungen verantwortlich sind. Wie lässt sich ein gerechterer Umgang mit Umweltkrisen erreichen? Welche Dimensionen von Gerechtigkeit (z.B. Verteilung der Kosten und Nutzen, Anerkennung von Identitäten, Beteiligung an politischen Entscheidungen) werden davon berührt und welche unterschiedlichen Gerechtigkeitskonzepte (Gleichheit, Bedürfnisse, Verdienst etc.) stehen sich dabei gegenüber? Der Workshop brachte zum einen internationale Forscher*innen aus den Bereichen Geographie, Sozial-, Politik- und Rechtswissenschaften und Umweltethik zusammen. Darüber hinaus sollte aber auch der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gefördert werden, um die Thematik intensiver in die öffentliche Debatte zu bringen. Aus diesem Grund gehörten auch Künstler*innen und Aktivist*innen zu den Teilnehmenden. Nicht zuletzt diente der Workshop als Startschuss für das neue internationale Netzwerk zur Umweltgerechtigkeit (EnJust – Network for Environmental Justice), das am 8. Juni gegründet wurde und das zukünftig als Schnittstelle zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, Politik und Zivilgesellschaft dienen soll. Nähere Informationen über das Netzwerk, das neue Mitglieder selbstverständlich immer willkommen heißt, gibt es unter www.enjust.uni-kiel.de, #enjust bzw. über die Email enjust@geographie.uni-kiel.de.

Ausstellung „Klimagerechtigkeit in Kiribati“ mit Fotographien von Barbara Dombrowski

Eröffnet wurde der Workshop mit einer Keynote von Gordon Walker (Department of Environment Centre, Lancaster University, UK), einem der führenden Geographen auf dem Feld der Umweltgerechtigkeit. Sein Vortrag mit dem Titel „Environmental justice in space and time: opening up temporalities“ beleuchtete v.a. die Zeitlichkeit von Gerechtigkeitsfragen. Während die verschiedenen räumliche Komponenten von Umweltgerechtigkeit bereits eingehend betrachtet wurden (z.B. räumliche Verteilung von Umweltkosten, Geographien der Verwundbarkeit bzw. der Verantwortung), blieben zeitliche Muster von Umweltkrisen bislang weitgehend unbeachtet. So lassen sich z.B. viele soziale Folgen von Umweltprobleme als eine Form von slow violence beschreiben, einer subtil und erst über lange Zeiträume wirksamen Form von gesellschaftlicher Gewalt, die nur schwer zu erkennen und noch schwerer nachzuweisen ist. Daneben müssen auch die Rhythmen des gesellschaftlichen Lebens stärker beachtet werden, um zu analysieren, in welcher Weise z. B. bestimmte Bevölkerungsgruppen allein durch ihre aktionsräumlichen Routinen in besonderem Maße bestimmten negativen Umweltfaktoren ausgesetzt sind (z. B. Feinstaubbelastung bei Pendlern). Mit seinem Plädoyer für eine stärkere Zeit-Sensibilität eröffnet Walker eine ganz neue Dimension bei der Analyse von Themen der Umweltgerechtigkeit.

Weitere Teilaspekte dieses weiten Feldes wurden dann in den folgenden zwei Tagen im Rahmen von sieben thematischen Panels bzw. 31 Vorträgen angesprochen. Der Weiterentwicklung der theoretischen Basis von Umweltgerechtigkeit widmete sich die Sitzung „Conceptualizing Environmental Justice“, bei der unterschiedliche Gerechtigkeitsprinzipien, wie Partizipation, Rawls‘ Ziel der Fairness, der Capabilities-Ansatz oder das Prinzip der Gleichheit, kritisch beleuchtet und hinsichtlich ihrer Eignung, als Grundlage von Gerechtigkeitsdiskursen zu dienen, beleuchtet wurden. Die Session zu „Social movements and counter narratives“ behandelte Beispiele von zivilgesellschaftliche Bewegungen aus verschiedenen Ländern (u. a. Argentinien, Mexiko, Deutschland, Maghreb-Staaten), die in jeweils unterschiedlicher Weise Umweltgerechtigkeit einfordern und sich dabei verschiedener Diskurselemente und Narrative bedienen. Das Panel zu „Justice dimensions of climate politics“ beschäftigte sich mit den gerechtigkeitstheoretischen Implikationen von Strategien zum Umgang mit dem Klimawandel. Sei es REDD+, Carbon Pricing, Natural Hazard Management oder Klimaanpassungsstrategien: Alle diese Ansätze haben weitreichende Folgen hinsichtlich der Verteilung von Kosten und Nutzen und anderer Gerechtigkeitsdimensionen. Die Sitzung zur „Marine Justice“ beleuchtete Umweltgerechtigkeit im maritimen Kontext. Fragen des internationalen Rechts, des grenzüberschreitenden Managements natürlicher Ressourcen oder der Interessen von Fischern stehen dabei immer in Beziehung zur Problematik der Allmende bzw. der Commons, die die sozialwissenschaftliche Diskussion um Umweltprobleme bereits seit langer Zeit prägt. Die Gesundheitswissenschaften, die in der Session zu „Public health and environmental justice“ im Mittelpunkt standen, beschäftigen sich bereits seit langem mit der Frage, inwieweit Umweltbelastungen ungleich bzw. ungerecht verteilt sind, und mit den verschiedenen Möglichkeiten, diese gesellschaftlichen Muster wissenschaftlich nachzuweisen und hinsichtlich ihrer Wirkungsweise zu analysieren. Im Panel zu „Justice dimensions of environmental politics“ wurden verschiedene Beispiele von umwelt- und naturschutzpolitischen Maßnahmen (Naturschutzgebiete, Zahlungen für ökologische Dienstleistungen, etc.)  im Hinblick auf ihre Implikation für eine gerechte Gesellschaft beleuchtet. Auf der Sitzung zu „Environmental conflict and transformation“ wurden Studien vorgestellt, die mithilfe sehr unterschiedlicher Methoden (Diskursanalyse, Q-Methode, partizipatives Theater etc.) zu einem besseren Verständnis der sozialen und kulturellen Dynamik von Umweltkonflikten beitragen wollen.

Aufgelockert wurde der Workshop durch Veranstaltungen, die auf einem aktiven Austausch von Ideen basierten. Neben einem World-Café, bei dem v.a. die gesellschaftliche Relevanz von Forschung zu Umweltgerechtigkeit diskutiert wurde, gab es eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion, auf der Vertreter*innen aus Planung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Recht und Parteipolitik miteinander debattierten. Teilnehmer*innen waren: Roda Verheyen, eine Hamburger Rechtsanwältin, die momentan mehrere Klima-Klagen vor deutschen Gerichten verfolgt, Jean Carlo Rodriguez de Fransisco vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, Daniel Morchain, der lange Zeit bei Oxfam gearbeitet hat und der nun beim International Institute for Sustainable Development tätig ist, Gunnar Maus als Vertreter der Regionalplanung von Schleswig-Holstein und der Vorsitzende der Grünen in Schleswig-Holstein, Steffen Regis.

Panel Discussion

Parallel zu den Veranstaltungen fand im Foyer des Wissenschaftszentrums Kiel eine Ausstellung mit Fotos von Barbara Dombrowski statt, die sich in ihrer Arbeit mit der gelebten Wirklichkeit des Klimawandels beschäftigt. Mit ihren großformatigen Portraits und Alltagsszenen aus Kiribati, dem Staat in Ozeanien, dessen Inseln unmittelbar vom Meeresspiegelanstieg bedroht sind, gibt sie dem ansonsten abstrakten Phänomen des Klimawandels ein menschliches Antlitz, ohne dabei die Menschen als Opfer zu zeigen. Dieses Nebeneinander von wissenschaftlichem Diskurs, gesellschaftlicher Debatte und künstlerischer Herausforderung gab dem Workshop seinen besonderen Charakter. Es besteht die konkrete Hoffnung, dass dieser Workshop den Beginn einer intensiven und nachhaltigen Zusammenarbeit von nationalen und internationalen Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen markiert, die sich mit Themen der Umweltgerechtigkeit auseinandersetzen. Bereits im nächsten Jahr soll der nächste Workshop des EnJust-Netzwerkes stattfinden; Hartmut Fünfgeld von der Universität Freiburg hat in Aussicht gestellt ihn zu organisieren.

Florian Dünckmann, Jonas Hein, Silja Klepp

International workshop on “Narratives and practices of environmental justice” 6.-8. Juni 2019
International workshop on “Narratives and practices of environmental justice” 6.-8. Juni 2019 am Geographischen Institut an der Universität zu Kiel
Enjust Event

The aim of the EnJust Workshop is to promote the exchange between science, civil society and practitioners on questions of environmental justice. The workshop focuses on narratives and practices of environmental (in)justice with the objective to overcome  disciplinary, one-dimensional views on the environmental crisis. The meeting will take place from 06 - 08 June 2019 at the Wissenschaftszentrum of the University of Kiel. The program consists of five topics with a total of 35 presentations.

Public events:

Thursday, June 06th

14.00-15.30, Keynote

Prof. Dr. Gordon Walker (Lancaster) "Environmental justice in space and time: opening up temporalities"

Thursday, June 06th

19.00-open end, Vernissage

Photo Installations on Climate Justice in Oceania by Barbara Dombrowski (Hamburg)

Friday, June 07 th

19.00-21.00, Panel Discussion

"From Science to Action – Knowledge for a Just Transformation?" moderated by Florian Dünckmann (Institute of Geography, CAU Kiel):
Verheyen, Roda (Lawyer and climate activist, Hamburg)
Regis, Steffen (Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein, Kiel)
Morchain, Daniel (International Institute for Sustainable Development (IISD), Winnipeg)
Maus, Gunnar (Regional Planning Schleswig-Holstein, Kiel)
Rodriguez de Francisco, Jean Carlo (German Development Institut, Bonn)

Interested visitors are mostly welcome to the three public events!

International workshop on “Narratives and practices of environmental justice” 6.-8. Juni 2019
International workshop on “Narratives and practices of environmental justice” 6.-8. Juni 2019 am Geographischen Institut an der Universität zu Kiel
Enjust Event

The aim of the EnJust Workshop is to promote the exchange between science, civil society and practitioners on questions of environmental justice. The workshop focuses on narratives and practices of environmental (in)justice with the objective to overcome  disciplinary, one-dimensional views on the environmental crisis. The meeting will take place from 06 - 08 June 2019 at the Wissenschaftszentrum of the University of Kiel. The program consists of five topics with a total of 35 presentations.

Public events:

Thursday, June 06th

14.00-15.30, Keynote

Prof. Dr. Gordon Walker (Lancaster) "Environmental justice in space and time: opening up temporalities"

Thursday, June 06th

19.00-open end, Vernissage

Photo Installations on Climate Justice in Oceania by Barbara Dombrowski (Hamburg)

Friday, June 07 th

19.00-21.00, Panel Discussion

"From Science to Action – Knowledge for a Just Transformation?" moderated by Florian Dünckmann (Institute of Geography, CAU Kiel):
Verheyen, Roda (Lawyer and climate activist, Hamburg)
Regis, Steffen (Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein, Kiel)
Morchain, Daniel (International Institute for Sustainable Development (IISD), Winnipeg)
Maus, Gunnar (Regional Planning Schleswig-Holstein, Kiel)
Rodriguez de Francisco, Jean Carlo (German Development Institut, Bonn)

Interested visitors are mostly welcome to the three public events!