Aktuelles

CfC: International workshop “Bridging research, policy and activism for environmental justice in times of crises”
International workshop on Environmental Justice Freiburg, Germany, 27 – 29 May 2020
 27/05/2020 - 29/05/2020
 Institute of Environmental Social Sciences and Geography, University of Freiburg

This workshop, collaboratively organized by the Institute of Environmental Social Sciences and Geography at the University of Freiburg and the EnJust Network for Environmental Justice, aims at fostering debate and learning processes about the roles, responsibilities and approaches of the emerging inter-and transdisciplinary environmental justice movement composed of scholars, activists and decision-makers. The workshop will bring together individuals from these groups, who self-identify with the environmental justice movement, in order to critically engage with current research, concrete ideas, practices, and methods for bridging the divides between environmental justice research and practice, between activism and scientific study, and between collective and individual decision-making. It will provide a space to collectively explore and deepen transdisciplinary work and activist-research for a more just and fairer future.

Public Climate Schools und Klimastreik

Für die Woche vom 25.11.2019 - 29.11.2019 ruft die Students for Future Bewegung zur Bestreikung des regulären Lehrbetriebs der Hochschulen auf. Stattdessen sollen Diskussionen, Seminare, Vorlesungen und Aktionen zum Themenbereich Klimawandel stattfinden. Unter dem Slogan „Public Climate School” werden die Universitäten für alle Teile der Gesellschaft geöffnet und Lösungsansätze diskutiert. Die Woche endet am 29.11.2019 mit den Demonstrationen zum Global Day of Climate Action.

Auch Vertreter*innen des EnJust Netzwerks beteiligen sich an den Veranstaltungen im Rahmen der Public Climate Schools. In Kiel sprechen unter Anderen Florian Dünckmann, Silja Klepp, Konrad Ott, Erik van Doorn und Sören Weißermel zu relevanten Themen.





Netzwerk zur Umweltgerechtigkeit: Internationaler Workshop am Geographischen Institut Kiel
Bericht über das Netzwerktreffen in Kiel vom 6. bis zum 8. Juni

Mehr als 60 Wissenschaftler*innen aus 14 Ländern trafen sich vom 6. bis zum 8. Juni an der Kieler Universität zum Workshop „Narratives and Practices of Environmental Justice“, um sich zu Themen und Fragen der Umweltgerechtigkeit miteinander auszutauschen. Ein kleiner und wohlhabender Teil der Weltbevölkerung beansprucht einen immer größeren Anteil der Ressourcen auf der Erde und verschmutzt und zerstört gleichzeitig wertvolle Lebensräume an Land und in den Weltmeeren. Betroffen sind oft diejenigen Gruppen, die am wenigsten für die Entwicklungen verantwortlich sind. Wie lässt sich ein gerechterer Umgang mit Umweltkrisen erreichen? Welche Dimensionen von Gerechtigkeit (z.B. Verteilung der Kosten und Nutzen, Anerkennung von Identitäten, Beteiligung an politischen Entscheidungen) werden davon berührt und welche unterschiedlichen Gerechtigkeitskonzepte (Gleichheit, Bedürfnisse, Verdienst etc.) stehen sich dabei gegenüber? Der Workshop brachte zum einen internationale Forscher*innen aus den Bereichen Geographie, Sozial-, Politik- und Rechtswissenschaften und Umweltethik zusammen. Darüber hinaus sollte aber auch der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gefördert werden, um die Thematik intensiver in die öffentliche Debatte zu bringen. Aus diesem Grund gehörten auch Künstler*innen und Aktivist*innen zu den Teilnehmenden. Nicht zuletzt diente der Workshop als Startschuss für das neue internationale Netzwerk zur Umweltgerechtigkeit (EnJust – Network for Environmental Justice), das am 8. Juni gegründet wurde und das zukünftig als Schnittstelle zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, Politik und Zivilgesellschaft dienen soll. Nähere Informationen über das Netzwerk, das neue Mitglieder selbstverständlich immer willkommen heißt, gibt es unter www.enjust.uni-kiel.de, #enjust bzw. über die Email enjust@geographie.uni-kiel.de.

Ausstellung „Klimagerechtigkeit in Kiribati“ mit Fotographien von Barbara Dombrowski

Eröffnet wurde der Workshop mit einer Keynote von Gordon Walker (Department of Environment Centre, Lancaster University, UK), einem der führenden Geographen auf dem Feld der Umweltgerechtigkeit. Sein Vortrag mit dem Titel „Environmental justice in space and time: opening up temporalities“ beleuchtete v.a. die Zeitlichkeit von Gerechtigkeitsfragen. Während die verschiedenen räumliche Komponenten von Umweltgerechtigkeit bereits eingehend betrachtet wurden (z.B. räumliche Verteilung von Umweltkosten, Geographien der Verwundbarkeit bzw. der Verantwortung), blieben zeitliche Muster von Umweltkrisen bislang weitgehend unbeachtet. So lassen sich z.B. viele soziale Folgen von Umweltprobleme als eine Form von slow violence beschreiben, einer subtil und erst über lange Zeiträume wirksamen Form von gesellschaftlicher Gewalt, die nur schwer zu erkennen und noch schwerer nachzuweisen ist. Daneben müssen auch die Rhythmen des gesellschaftlichen Lebens stärker beachtet werden, um zu analysieren, in welcher Weise z. B. bestimmte Bevölkerungsgruppen allein durch ihre aktionsräumlichen Routinen in besonderem Maße bestimmten negativen Umweltfaktoren ausgesetzt sind (z. B. Feinstaubbelastung bei Pendlern). Mit seinem Plädoyer für eine stärkere Zeit-Sensibilität eröffnet Walker eine ganz neue Dimension bei der Analyse von Themen der Umweltgerechtigkeit.

Weitere Teilaspekte dieses weiten Feldes wurden dann in den folgenden zwei Tagen im Rahmen von sieben thematischen Panels bzw. 31 Vorträgen angesprochen. Der Weiterentwicklung der theoretischen Basis von Umweltgerechtigkeit widmete sich die Sitzung „Conceptualizing Environmental Justice“, bei der unterschiedliche Gerechtigkeitsprinzipien, wie Partizipation, Rawls‘ Ziel der Fairness, der Capabilities-Ansatz oder das Prinzip der Gleichheit, kritisch beleuchtet und hinsichtlich ihrer Eignung, als Grundlage von Gerechtigkeitsdiskursen zu dienen, beleuchtet wurden. Die Session zu „Social movements and counter narratives“ behandelte Beispiele von zivilgesellschaftliche Bewegungen aus verschiedenen Ländern (u. a. Argentinien, Mexiko, Deutschland, Maghreb-Staaten), die in jeweils unterschiedlicher Weise Umweltgerechtigkeit einfordern und sich dabei verschiedener Diskurselemente und Narrative bedienen. Das Panel zu „Justice dimensions of climate politics“ beschäftigte sich mit den gerechtigkeitstheoretischen Implikationen von Strategien zum Umgang mit dem Klimawandel. Sei es REDD+, Carbon Pricing, Natural Hazard Management oder Klimaanpassungsstrategien: Alle diese Ansätze haben weitreichende Folgen hinsichtlich der Verteilung von Kosten und Nutzen und anderer Gerechtigkeitsdimensionen. Die Sitzung zur „Marine Justice“ beleuchtete Umweltgerechtigkeit im maritimen Kontext. Fragen des internationalen Rechts, des grenzüberschreitenden Managements natürlicher Ressourcen oder der Interessen von Fischern stehen dabei immer in Beziehung zur Problematik der Allmende bzw. der Commons, die die sozialwissenschaftliche Diskussion um Umweltprobleme bereits seit langer Zeit prägt. Die Gesundheitswissenschaften, die in der Session zu „Public health and environmental justice“ im Mittelpunkt standen, beschäftigen sich bereits seit langem mit der Frage, inwieweit Umweltbelastungen ungleich bzw. ungerecht verteilt sind, und mit den verschiedenen Möglichkeiten, diese gesellschaftlichen Muster wissenschaftlich nachzuweisen und hinsichtlich ihrer Wirkungsweise zu analysieren. Im Panel zu „Justice dimensions of environmental politics“ wurden verschiedene Beispiele von umwelt- und naturschutzpolitischen Maßnahmen (Naturschutzgebiete, Zahlungen für ökologische Dienstleistungen, etc.)  im Hinblick auf ihre Implikation für eine gerechte Gesellschaft beleuchtet. Auf der Sitzung zu „Environmental conflict and transformation“ wurden Studien vorgestellt, die mithilfe sehr unterschiedlicher Methoden (Diskursanalyse, Q-Methode, partizipatives Theater etc.) zu einem besseren Verständnis der sozialen und kulturellen Dynamik von Umweltkonflikten beitragen wollen.

Aufgelockert wurde der Workshop durch Veranstaltungen, die auf einem aktiven Austausch von Ideen basierten. Neben einem World-Café, bei dem v.a. die gesellschaftliche Relevanz von Forschung zu Umweltgerechtigkeit diskutiert wurde, gab es eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion, auf der Vertreter*innen aus Planung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Recht und Parteipolitik miteinander debattierten. Teilnehmer*innen waren: Roda Verheyen, eine Hamburger Rechtsanwältin, die momentan mehrere Klima-Klagen vor deutschen Gerichten verfolgt, Jean Carlo Rodriguez de Fransisco vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, Daniel Morchain, der lange Zeit bei Oxfam gearbeitet hat und der nun beim International Institute for Sustainable Development tätig ist, Gunnar Maus als Vertreter der Regionalplanung von Schleswig-Holstein und der Vorsitzende der Grünen in Schleswig-Holstein, Steffen Regis.

Panel Discussion

Parallel zu den Veranstaltungen fand im Foyer des Wissenschaftszentrums Kiel eine Ausstellung mit Fotos von Barbara Dombrowski statt, die sich in ihrer Arbeit mit der gelebten Wirklichkeit des Klimawandels beschäftigt. Mit ihren großformatigen Portraits und Alltagsszenen aus Kiribati, dem Staat in Ozeanien, dessen Inseln unmittelbar vom Meeresspiegelanstieg bedroht sind, gibt sie dem ansonsten abstrakten Phänomen des Klimawandels ein menschliches Antlitz, ohne dabei die Menschen als Opfer zu zeigen. Dieses Nebeneinander von wissenschaftlichem Diskurs, gesellschaftlicher Debatte und künstlerischer Herausforderung gab dem Workshop seinen besonderen Charakter. Es besteht die konkrete Hoffnung, dass dieser Workshop den Beginn einer intensiven und nachhaltigen Zusammenarbeit von nationalen und internationalen Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen markiert, die sich mit Themen der Umweltgerechtigkeit auseinandersetzen. Bereits im nächsten Jahr soll der nächste Workshop des EnJust-Netzwerkes stattfinden; Hartmut Fünfgeld von der Universität Freiburg hat in Aussicht gestellt ihn zu organisieren.

Florian Dünckmann, Jonas Hein, Silja Klepp

International workshop on “Narratives and practices of environmental justice” 6.-8. Juni 2019
International workshop on “Narratives and practices of environmental justice” 6.-8. Juni 2019 am Geographischen Institut an der Universität zu Kiel
 06/06/2019 - 08/06/2019
 Wissenschaftszentrum Kiel, Fraunhoferstraße 13, 24118 Kiel

The aim of the EnJust Workshop is to promote the exchange between science, civil society and practitioners on questions of environmental justice. The workshop focuses on narratives and practices of environmental (in)justice with the objective to overcome  disciplinary, one-dimensional views on the environmental crisis. The meeting will take place from 06 - 08 June 2019 at the Wissenschaftszentrum of the University of Kiel. The program consists of five topics with a total of 35 presentations.

Public events:

Thursday, June 06th

14.00-15.30, Keynote

Prof. Dr. Gordon Walker (Lancaster) "Environmental justice in space and time: opening up temporalities"

Thursday, June 06th

19.00-open end, Vernissage

Photo Installations on Climate Justice in Oceania by Barbara Dombrowski (Hamburg)

Friday, June 07 th

19.00-21.00, Panel Discussion

"From Science to Action – Knowledge for a Just Transformation?" moderated by Florian Dünckmann (Institute of Geography, CAU Kiel):
Verheyen, Roda (Lawyer and climate activist, Hamburg)
Regis, Steffen (Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein, Kiel)
Morchain, Daniel (International Institute for Sustainable Development (IISD), Winnipeg)
Maus, Gunnar (Regional Planning Schleswig-Holstein, Kiel)
Rodriguez de Francisco, Jean Carlo (German Development Institut, Bonn)

Interested visitors are mostly welcome to the three public events!

Start der öffentlichen #KMS Veranstaltungsreihe zu #Ocean #Narratives, morgen, 6.11., 16:00 Uhr im Audimax (Hörsaal C) der @kieluni, Thema ‚Marine Erzählkultur‘, Infos unter https://t.co/O13OmupC7M https://t.co/rORJnZZ0vH

📣CALLS FOR CONTRIBUTIONS:

What? International workshop on Environmental Justice in Freiburg 🇩🇪
When? 27 – 29 May 2020
How? Abstract of up to 400 words by 31 October 2019

More info contact --> enjust2020@geographie.unifreiburg.
de

@UniFreiburg
@_EnJust

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